Unsere Pflege

Ziel all unserer Bemühungen ist, das Wohlbefinden eines jeden Klienten unter seinen spezifischen Bedingungen zu verbessern. Hierzu zählt zum einen die vom jeweiligen Klienten gewünschte therapeutische Betreuung, zum anderen die persönliche Ansprache durch unser Personal. Von zentraler Bedeutung ist dabei, dass der Klient im Rahmen seiner Möglichkeiten so aktiv wie möglich bleibt.

Jede Leistung wird gemäß den gesetzlichen Vorgaben zeitnah protokolliert. So wird unser Arbeitsaufwand gegenüber den Kostenträgern verdeutlicht. Ihnen gibt das Protokoll die Sicherheit, dass nur die Maßnahmen bei Ihnen angewendet werden, die mit Ihnen abgesprochen sind.

Die Pflegekassen haben durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüfen zu lassen, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und welcher Grad der Pflegebedürftigkeit vorliegt. Man unterscheidet in der Pflege 5 Grade, je nach der Schwere der Beeinträchtigung.

Der Pflegebedürftigkeitsbegriff wird ab 2017 neu definiert. Die Pflegebedürftigkeit bestimmt sich ausschließlich nach dem Grad der Selbstständigkeit. Was kann der Betroffene noch alleine und wo benötigt er Unterstützung?

Dies kommt allen Pflegebedürftigen entgegen, Demenzkranken genauso wie Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Ausgehend von der Selbstständigkeit einer Person wird das Stadium der Einschränkung in fünf Grade eingeteilt. Von geringer Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (Pflegegrad 1), bis zur schwersten Beeinträchtigung, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergeht (Pflegegrad 5).

Um den Grad der Selbstständigkeit einer Person zu messen, werden Aktivitäten in sechs pflegerelevanten Bereichen untersucht. Das neue Begutachtungsverfahren berücksichtigt auch den besonderen Hilfe- und Betreuungsbedarf von Menschen mit kognitiven oder psychischen Einschränkungen. Es wird nicht wie nach der alten Methode die Zeit gemessen, die zur Pflege benötigt wird, sondern es werden Punkte vergeben, die darstellen, inwieweit die Selbstständigkeit einer Person eingeschränkt ist.

▸ Pflegegrad 1

Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (12,5 - unter 27 Punkte).

▸ Pflegegrad 2

Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (27 - unter 47,5 Punkte).

▸ Pflegegrad 3

Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (47,5 - unter 70 Punkte).

▸ Pflegegrad 4

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (70 - unter 90 Punkte).

▸ Pflegegrad 5

Schwerste Beeinträchtigung oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an pflegerische Versorgung (90 - 100 Punkte).

Die sechs Module gliedern sich wie folgt:

▸ Mobilität

Es geht darum zu prüfen, ob die Person in der Lage ist, ohne personelle Unterstützung ihre Körperhaltung einnehmen und wechseln kann. Zu beurteilen sind hier Körperkraft, Balance und Bewegungskoordination.

▸ Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Es sind  die Aspekte Erkennen, Entscheiden und  Steuern zu beurteilen. Auch die Auswirkung von Hör-, Sprech- und Sprachstörungen sind zu berücksichtigen.

▸ Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Im Mittelpunkt steht die Beurteilung, in wie weit eine Person ihr Verhalten ohne Unterstützung selbst steuern kann. Betrachtet werden insbesondere Verhaltensweisen und psychische Problemlagen als Folge von Gesundheitsproblemen, die Unterstützung erfordern.  Im Fokus stehen der Abbau von psychischen Spannungen, Impulssteuerung, Förderung positiver Emotionen durch Aussprache oder körperliche Berührung.

▸ Selbstversorgung

Bewertet wird die Fähigkeit der selbständigen Grundpflege (Körperpflege, Nahrung, Toilettengang). Besondere Aspekte der Sondernahrung und evtl. Inkontinenz werden mit einbezogen.  

▸ Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit Krankheits- oder therapiebedingten

Es  wird der selbständige Umgang mit  ärztlich angeordneten Maßnahmen (Medikamente, Injektionen, BZ-Messung (Blutzucker), RR-Messungen (Blutdruck) und evtl. Begleitung bei  Arztbesuchen / Physiotherapie etc.  begutachtet.   Weiterhin werden Pflegefachaufgaben mit einbezogen (Katheter setzen, Darmausgang reinigen, etc.)  Bei allen bewerteten Kriterien ist anzugeben, wie haufig andere Personen bei der jeweiligen Aktivitat helfen müssen.

▸ Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Es wird bewertet, ob der Bewohner  alltägliche Aktivitäten, Kontaktpflege und Beschäftigungen im näheren sowie äußeren Umfeld praktisch selbständig durchführen kann.

Unser Pflegeverständnis basiert auf einer ganzheitlichen Sicht der Klienten und orientiert sich an dem Pflegemodell von Monika Krohwinkel "Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des täglichen Lebens (AEDLs)". Im Mittelpunkt des Pflegemodells von Monika Krohwinkel steht eine an den Bedürfnissen und Wünschen der Klienten ausgerichtete Pflege und Betreuung. Von wesentlicher Bedeutung sind dabei das Erhalten, das Fördern bzw. das Wiedererlangen von Unabhängigkeit und Wohlbefinden der Klienten.

Unser Angebot

▸ Behandlungspflege

Ihr Hausarzt hat die Möglichkeit, für Sie erforderliche Unterstützungen per Verordnung einem Pflegedienst in Auftrag zu geben, um den Heilungsprozess verschiedener Erkrankungen zu sichern, den Krankenhausaufenthalt zu verkürzen oder gar zu vermeiden. Bei derartigen Notwendigkeiten unterstützen wir Sie gern.

Mögliche Leistungen können beispielsweise sein:

  • Medikamentengabe, Medikamente richten (z. B. Wochenbox)
  • Kompressionsstrümpfe/-Strumpfhosen an- und ausziehen
  • Anlegen und Abnehmen von Kompressionsverbänden
  • Blutdruck-, Blutzuckerkontrolle
  • Injektionen s.c + i.m
  • Inhalation
  • Überprüfen und versorgen von Drainagen
  • PEG Versorgung
  • Katheterversorgung
  • Stomabehandlung
  • Absaugen
  • Verbandswechsel, Dekubitusbehandlung
  • Trachialkanüle ( Wechsel und Pflege), absaugen

Ihre zuständige Krankenkasse übernimmt in solchen Fällen und bei tatsächlichem Bedarf die vollständigen Kosten für diese Leistungen.

▸ Häusliche Pflege

Wenn Ihnen Ihre Pflegeversicherung (z. B. AOK, BKK etc.) bereits Leistungen gemäß Pflegeversicherungsgesetz zuerkannt hat, können Sie im Rahmen der finanziellen Vorgaben Pflegeleistungen binden. Hierfür gibt es verschiedene Bereiche des täglichen Lebens, bei denen wir unterstützen können.

Beispiele der Hilfestellung können sein:

  • Hilfe bei der Körperpflege
  • Unterstützung bei der Ausscheidung
  • Hilfe beim Aufsuchen und Verlassen des Bettes/ Bett richten
  • Lagern/ Mobilisation
  • Haare waschen
  • Hilfe bei der Nahrungsaufnahme
  • Sondenkost bei implantierter Magensonde (PEG)
  • Hilfestellung beim Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
  • Begleitung bei Aktivitäten
  • Reinigen der Wohnung
  • Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung
  • Wechseln der Bettwäsche
  • Vorratseinkauf
  • Besorgung
  • Kochen einer Hauptmahlzeit
  • Zubereiten einer sonstigen Mahlzeit
  • Erstbesuch
  • Pflegeberatungseinsatz §37.3 für Pflegestufe 1-3

Wir beraten Sie und Ihre Angehörigen gern, was diesbezüglich für Möglichkeiten bestehen.

▸ Haushaltshilfe

Bei Ihnen liegt noch kein Pflegegrad vor? Sie benötigen dennoch Unterstützung bei verschiedenen Verrichtungen im Alltag, zum Beispiel bei der Hauswirtschaft?
Dies bieten wir Ihnen als Pflegedienst über "Privatleistungen" gerne an . Die Kosten können nach Prüfung vom Sozialamt übernommen werden.

▸ Soziale Beratung

Wir beraten Sie und Ihre Angehörigen in sozialen Fragen und helfen Ihnen, Anträge bei der Pflegekasse oder beim Sozialamt zu stellen.

Kostenlose Beratung Von Angehörigen und Betroffenen

  • Zu allgemeinen Problemen der Pflege
  • Zur Pflegeversicherung
  • Zu Kostenträgern

bei der Antragstellung bei dem jeweiligen Kostenträger.

Unsere Kontaktpunkte sind

  • Seniorenberatungsstellen der Stadt Potsdam
  • Pflege- und Krankenkassen
  • Ärztehäuser und Arztpraxen
  • Sozialamt
  • Wohnungsgesellschaften
  • Kurzzeitpflegen
  • Krankenhäuser
  • Apotheken und Sanitätshäuser
  • Betreuungsvereine/Berufsbetreuer
  • Pflegestützpunkt der Stadt Potsdam

▸ Zusatzleistungen

In unseren zahlreichen Einrichtungen bieten wir Ihnen z. B. an:

  • Schulung von Angehörigen
  • Besuch und Begleitdienste
  • Pflegekurse und Gesprächskreise für pflegende Angehörige
  • Pflegemittelverleih
  • Sicherheit durch Nachtdienst
  • 24-Stunden-Rufbereitschaft
  • Hauswirtschaftliche Versorgung
  • Hilfe bei Beantragung von Heil- und Hilfsmitteln
  • Unterstützung bei Behördengängen
  • Unterstützung bei Antragstellung (z. B. Pflegestufe, Befreiungsanträge)
  • Hilfe bei Anpassung des Wohnumfeldes
  • Kurserteilung zur häuslichen Krankenpflege
  • Über weitere individuelle Leistungen sprechen Sie gerne mit unserem kompetenten Pflegeteam

▸ Zusätzliche Betreuungsleistungen nach SGB XI §45

Dies sind Leistungen die von der Pflegekasse für Pflegebedürftige der Pflegestufe 0, I, II und III in der häuslichen Pflege genehmigt wurden. Neben dem Hilfebedarf in der Grundpflege und in der hauswirtschaftlichen Versorgung ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist. Diese Leistungen gibt es zusätzlich zur Pflegestufe:

  • Einzelgesprächsführung
  • Gedächtnistraining einzeln oder in Gruppen
  • Spaziergang
  • Begleitung zu Behörden
  • Alltagstraining bei Kontaktarmut
  • Ableitung zur Verrichtung häuslicher Tätigkeiten
  • Ess- & Trinktraining zur Erhaltung der vorhandenen Ressourcen
  • Einkaufstraining
  • Hilfe bei der Wahnehmung aktueller Ereignisse
  • Training der Grob- & Feinmotorik
  • Training zur Wahrnehmung (Person/ Umwelt/ Situation)
  • Begleitung und Unterstützung bei sozialen Kontakten
  • Förderung der Kommunikationsfähigkeit